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AUSSTELLUNG
ELISABETH VON SAMSONOW
Elisabeth von Samsonow, Spiegelpferde 1 und 2, 2023, Foto © Max Brucker
Elisabeth von Samsonow, Foto: © R. Rünagl
Elisabeth von Samsonow, Löss Untermarkersdorf, 2021 © Die Künstlerin, Foto: Maresa Jung
Elisabeth von Samsonow, Geopsyche: Better Energy or the Return of the Swallows, 2022 © Die Künstlerin, Foto: Maresa Jung
Elisabeth von Samsonow, from the series: Maps Land of the Goddesses, 2021, Foto © Maximilian Brucker
Elisabeth von Samsonow, Die große Seeadlerin Titania, 2026, Foto © Maximilian Brucker
Elisabeth von Samsonow, Selbstreflexives Mädchen, 2009, Foto © Christoph Fuchs
Elisabeth von Samsonow, Constructed World (Le monde), 1999, Foto © Christoph Fuchs
Elisabeth von Samsonow, Enlightenment rosa (rosa Transplant I), 2011, Foto © Christoph Fuchs
Elisabeth von Samsonow, Die Erde schreiben, 2018, Foto © Maximilian Brucker
Elisabeth von Samsonow, ERDSEELE Wenn die Schwalben wieder kommen, 2024, Foto © Maximilian Brucker
Mit Elisabeth von Samsonow widmet die Heidi Horten Collection einer künstlerisch-philosophischen Position eine große Soloausstellung, die sich jenseits enger disziplinärer Zuordnungen entfaltet. Erstmals wird das vielschichtige Werk von Elisabeth von Samsonow in seiner künstlerischen Bandbreite und intellektuellen Tiefe in diesem Umfang präsentiert.
Die Ausstellung ist als kraftvolle, erzählreiche Personale angelegt, als lebendiger Parcours, der frühe Arbeiten ebenso einbezieht wie aktuelle Werkgruppen. Skulpturen, Malereien, Zeichnungen, Filme sowie eine ortsspezifische Installation machen ein erstaunliches Werk erfahrbar, das sich durch performatives Denken, formale Vielfalt und eine interdisziplinäre Haltung auszeichnet.
Im Zentrum von Samsonows künstlerischer Praxis steht eine intensive Auseinandersetzung mit der Erde als Trägerin von Geschichte, Leben, Energie und kollektiver Erinnerung. Ihre Arbeiten greifen Motive aus der Kulturgeschichte auf und übersetzen diese in eine zeitgenössische Formensprache. Bewegung – physisch und psychisch – ist dabei ein zentrales Moment: Samsonows Werk überschreitet poetisch und spielerisch die von rationalen Ordnungen gezogenen Grenzen und öffnet Räume zwischen Kunst, Philosophie, Anthropologie und politischem Denken.
Eine besondere Rolle spielen skulpturale Installationen und Bilderzyklen, die narrativ um den Gaia-Mythos kreisen und grundlegende Fragen nach Ursprung, Körper, Geburt, Wert und Transformation verhandeln. Viele ihrer Holzskulpturen bestehen aus ganzen Stämmen, darunter Arbeiten aus einer tausendjährigen Linde, deren Materialität Wachstum und Zeit unmittelbar erfahrbar macht.
19. September 2026 bis 28. Februar 2027
Samsonows Bildwelten richten sich an das kollektive Unbewusste und zwar dort, wo es die Natur berührt. Sie speisen sich aus Traumresten, experimentellen Wahrnehmungsmustern zwischen Diagrammen und archetypischen Formen und laden dazu ein, vertraute Bilder neu zu betrachten und umzudeuten. Ihre Arbeiten eröffnen Möglichkeitsräume für alternative Lesarten von Geschichte, Körperlichkeit und Gemeinschaft.
Die Ausstellung stellt zudem gezielt Bezüge zur Sammlung der Heidi Horten Collection her. Arbeiten von Egon Schiele und deutschen Expressionisten werden integriert und in Beziehung zu Samsonows langjähriger wissenschaftlicher und künstlerischer Auseinandersetzung mit diesen Positionen gesetzt. Ein eigens gestalteter Bereich für kreatives Schaffen von jungen und erwachsenen Besucher:innen ist als integraler Bestandteil der Ausstellung geplant und unterstreicht den offenen, dialogischen Charakter der Präsentation.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Kuratiert von: Rolf H. Johannsen und Hana O. O. Haas
KABINETTAUSSTELLUNG
TO SHOE OR NOT TO SHOE. Warhol and others
Birgit Jürgenssen, Aschenbrödel, 1976, Heidi Horten Collection © Estate of Birgit Jürgenssen/Bildrecht, Wien, 2026
Andy Warhol, Á La Recherche du Shoe Perdu by Andy Warhol. Shoe Poems by Rolph Pomeray (Umschlagblatt) ca. 1955, Heidi Horten Collection © The Andy Warhol Foundation for Visual Arts/Bildrecht, Wien, 2026
Gudrun Kampl, Vorwärtsschnitt, 2021 Courtesy Heidi Horten Collection © Die Künstlerin
20. Oktober 2026 bis 18. April 2027
Andy Warhols grafische Serie Á La Recherche du Shoe Perdu entstand 1955 im Umfeld seines Auftrags, allwöchentlich Schuhanzeigen für die New York Times zu gestalten. Es entstanden mehr als ein Dutzend Zeichnungen, die von dem Dichter Ralph Pomeroy mit ironischen literarischen Anspielungen versehen und von Warhol zu einer Mappe zusammengefasst wurden. Ausgehend von dieser Serie widmet sich diese Kabinett-Präsentation dem Damenschuh als Fetischobjekt, Projektionsfläche und feministischer Kritik. Neben Andy Warhol sind weitere Künstlerinnen wie Birgit Jürgenssen, Gudrun Kampl und Lena Henke mit ihren Interpretationen des Schuhs vertreten. Sie hinterfragen das Objekt auch als Symbol von Begehren, Disziplinierung und Geschlechterrollen.
Kuratiert von Rolf H. Johannsen
AUSSTELLUNG
Play Date
Alexander Calder, Untitled (Toy Train), um 1946, Heidi Horten Collection, (c) Bildrecht, Wien, 2026
Johanna Dumet, KING FOR A DAY, FOOL FOR A LIFETIME, 2025, Courtesy Johanna Dumet und König Galerie, Berlin
CADAVRE EXQUIS : Max Morise, André Breton, Max Ernst, Marie-Berthe Aurenche, 17.03.1927, Courtesy Galerie 1900-2000, David et Marcel Fleiss, Paris
Andy Warhol, Chess Player, ca. 1954, Heidi Horten Collection, (c) The Andy Warhol Foundation of Visual Arts/Bildrecht, Wien, 2026
Keith Haring, Acrobats, 1986, Heidi Horten Collection, (c) The Keith Haring Foundation
Maruša Sagadin, Hoop (Cyan-Orange), 2023 / Hoop (Green), 2023, Courtesy Christine König Galerie, Vienna, and the artist, Photo: Markus Gradwohl / Kunstraum Niederösterreich
Spielen, das ist etwas vom Besten.
Marcel Duchamp1
Die Ausstellung Play Date beleuchtet die Verbindungen zwischen Kunst und Spiel und geht der Frage nach, welche Formen das Spielerische in künstlerischen Arbeiten annehmen kann. Spielerische Strategien – wie das Arbeiten mit Regeln und Versuchsanordnungen ebenso wie Experiment, Regelverstoß und Zufall – zeigen sich dabei als wesentliche Aspekte der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.
Play Date macht das Spiel im Spannungsfeld von Idee und Variation, Aktion und Interaktion sowie freiem und kompetitivem Spiel erfahrbar. Während künstlerische Auseinandersetzungen mit Schach- oder Ball, Karten- und Würfelspielen die Funktionsweisen und Logiken dieser klassischen Spielformen aufgreifen und unterwandern, laden Handlungsanweisungen und partizipative Installationen die Besucher:innen ein, selbst Teil der Kunst zu werden. Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bilden performative Rollenspiele, in denen Künstler:innen alternative Formen des Selbst erproben.
1Alfred Kreymborg: „Why Marcel Duchamp Calls Hash a Picture“, in: Boston Evening Transcript, 19.9.1915, qu. Serge Stauffer: Marcel Duchamp. Interviews and Statements, Ostfildern-Ruit, 1992, S. 13.
19. März - 5. September 2027
Als gemeinsames Handeln und Erleben ist das Spiel – weit über die Kindheit hinaus – eine zentrale soziale Praxis. Neben seinem Potenzial geteilten Vergnügens verweist die Ausstellung auch auf Bedingungen von Teilhabe und Ausschluss. Sie fragt nicht nach Gewinnern und Verlierern, sondern vielmehr nach den Voraussetzungen des Spiels: Wer darf mitspielen und nach wessen Regeln wird gespielt? Die Ausstellung versteht das Spiel dabei als gemeinschaftlichen Prozess, in dem neue Formen der Interaktion und Partizipation erprobt werden können. Play Date öffnet Spielräume im doppelten Sinne – als künstlerische Praxis ebenso wie als Feld sozialer Möglichkeiten.
Mit Werken aus der Sammlung der Heidi Horten Collection sowie internationalen Leihgaben von Eleanor Antin, Rasheed Araeen, John M Armleder, John Baldessari, André Breton, Alexander Calder, Lygia Clark, Céline Condorelli, Marcel Duchamp, Fischli/Weiss, Eva Grubinger, Keith Haring, Benjamin Hirte, Carsten Höller, Anna Jermolaewa, Matthias Krinzinger, Palle Nielsen, Yoko Ono, Maruša Sagadin, Takako Saito, Cindy Sherman, Philipp Timischl, Sofie Thorsen, Kay Walkowiak, Andy Warhol, Erwin Wurm und anderen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Kuratiert von Véronique Abpurg.